Sollte es mir im Kalender rot anstreichen, dass ich tatsächlich durch die Weiberabteilung gelaufen bin auf der Suche nach einer Hose... und erschreckenderweise sogar eine gefunden habe, die passt. Es wäre nicht nur bei der einen geblieben, hätte ich Verwendung für die andere gehabt. Genauso sollte ich mir anstreichen dass ich nach gut und gerne drei bis vier Jahren so etwas wie Kajal benutzt habe, um meine dämlichen Glotzen irgendwie annehmlich zu gestalten. Ich vermute, das wird auf ewig das höchste der Gefühle bleiben.

Ich kann nichts machen, aber immer noch stellt sich mir alles auf, wenn ich durch diese "Damen"-Abteilungen laufe, mir die Glitzertops und bestickten Hüfthosen ansehe... die tief ausgeschnitten Blümchenblusen mit all den "netten" Schleifchenassecoirs und Samtbändchen. Ich empfinde tiefstes Widerstreben wenn ich mir vorstelle, ich müsste so etwas jemals anziehen... allein das Durchlaufen dieser Abteilungen löst in mir tiefes Unwohlsein aus, und ich habe bei allen Versuchen nicht mehr als Verachtung dafür übrig. Es ist einfach nicht meine Welt und wird niemals meine sein, auch wenn ich mich nun beinahe dazu zwinge, zu akzeptieren wer ich nunmal bin und leider bleiben werde.

Irgendwie ist es beinahe ein Akt der Verzweiflung.

Denn wenn ich hinterher rausfinde, dass ich doch nicht damit zurecht komme, was dann? Ich weiss keine Antwort darauf.

Aber hoffen wir mal das Beste. Eine Zeit des Zwiespaltes bricht an, denn je mehr Gewicht ich verliere, umso mehr kann und könnte ich mich akzeptieren... wenn da nur nicht der scheußliche Nebeneffekt der Haut wäre, die hemmungslos der Schwerkraft ausgesetzt und einfach "zu viel" ist und sich auch durch das Beste Training nie zurückbilden wird, denn versaut ist versaut. Die Vorstellung, wie es "später" aussehen könnte, wenn alles fertig ist, löst in mir ein Brechreizgefühl aus; denn ich weiss nur zu genau, wie es aussehen wird... schließlich beschäftigt man sich seit einer Weile mit dieser Thematik.

Umso mehr ich verliere, umso mehr bilden sich Dinge wie Hüftrundungen und andere weibliche "Kurven" hervor, und ich weiss noch nicht, ob ich das gut finde. Denn die Blicke der männlichen Mitbürger reizen mich ein jedes Mal bis aufs Mark. Ich kann mich nicht darüber freuen, wie mir gesagt wurde, das einzige, was es in mir auslöst sind derbste Aggressionen, und wenn ich könnte, würde ich jedem dieser Gaffer solang in seine scheiß Eier treten, bis sie aus der Nase kotzt. Es ist ein dermaßen erniedrigendes Gefühl, dass ich mich frage, was schlimmer ist... die "Oh Gott, wie sieht die denn aus"-Blicke von damals oder die Jetzigen. Ich würd ja nichts sagen, wenn ich in Higheels und Minirock daherkäme, aber das... Es entzieht sich einfach meinem Verständnis.

Ich wünschte mir, ich wäre einer dieser durchtrainierten Weiber, die kein Gramm Fett an sich haben und flach wie 'ne Flunder sind... vielleicht könnte ich mich dann akzeptieren.

Bis dahin werden wir sehen, was aus den Versuchen wird.

Es gibt allerdings auch angenehme Situationen... wie die aus dem MA. Merkwürdigerweise fällt es mir da ziemlich leicht "Frau" zu sein, und da bin ich es irgendwie auch gern. Vermutlich, weil das Umfeld dort ganz anders ist.

 

10.11.06 11:55
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


etwas / Website (10.11.06 12:58)
kommt mir sehr bekannt vor... spricht einem aus der seele

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